Social Media – wie viel Narzissmus ist OK?

Narzissmus auf Social Media – wie viel ist OK?

Narzissmus auf Social Media – Definition

Narzissmus auf Social Media Portalen – gibt es das? Ist es eventuell sogar notwendig ein Narzisst zu sein um im Bereich Social Media Erfolg zu haben bzw. wahrgenommen zu werden? Wie viel davon ist OK und wird toleriert?  Wo sollte man sein Verhalten überdenken? Diesen Fragen will ich heute nachgehen.

Das Wort Narzissmus wird auf Wikipedia folgendermaßen definiert: “Mit dem Begriff Narzissmus ist im weitesten Sinne die Selbstliebe als Liebe gemeint, die man dem Bild von sich entgegenbringt. Im engeren Sinn bezeichnet er eine auffällige Selbstbewunderung oder Selbstverliebtheit und übersteigerte Eitelkeit.” So weit so gut.

Beispiel für einen gewissen Narzissmus – I like my content

Social Media besteht für mich in kurzen Worten aus dem wertigen und wertschätzenden Austausch untereinander. Das Prinzip “Wer gibt gewinnt!” bzw. “Sharing is caring!” ist allgegenwärtig. Sich und seine Fähigkeiten zu zeigen ist völlig in Ordnung. Keiner brauch sich unter seinen Scheffel zu stellen. Ohne ein gewisses Selbstbewusstsein wird die Sache nicht rund laufen.

Narzissmus Social Media - i like my content

Narzissmus Social Media – i like my content

Ab und an, und manchmal öfter sehe ich Posts, die vom Verfasser selbst sofort als Erster auf Facebook gelikt werden. Weitere Likes von Anderen entstehen eher schleppend. Mich persönlich macht das immer stutzig. Wieso liked jemand etwas, was er gerade selbst gepostet hat? Bei dem Content (Inhalt), den ich als teilenswert in meine Timeline erachte, gehe ich doch mal davon aus, dass ich ihn selbst für wertig erachte.

Ich persönlich halte das für unnötig. Wer sich so verhält läuft eher Gefahr, dass Andere dies als “Narzissmus” interpretieren. In meinen Augen ist es besser jeden Kommentar im Auge zu behalten und auf die Fragen, Meinungen und Anregungen anderer User wertschätzend einzugehen.

Selfies, Profil- und Titelbilder – jeden Tag aufs Neue

Dog-Selfie

Quelle: http://thyblackman.com/2013/11/07/the-growing-narcissism-of-selfies/

“Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?” heißt es im Märchen. Auf manchen Profilen scheint genau dieses Märchen zum täglichen Mantra zu gehören. Täglich oder mehrmals pro Woche wird das Profilbild ausgetauscht. Kaum eine Stunde später kommt in die Smartphone Kamera grinsend das neudeutsch “Selfie” genannte Selbstportrait des Tages daher.

Ketzerisch betrachtet handelt es sich dabei um für die User wertlosen Content der die Timeline verstopft. Wenn Sie es intelligent anstellen, können Sie aber genau damit Ihre Leser begeistern.

Wenn schon Selfie, dann fotografieren Sie sich immer in Situationen, zu denen Sie auch etwas zu erzählen haben. Betreiben Sie aktives Storytelling mit Ihren Selfie-Fotos. Erzählen Sie von beruflichen oder privaten Ereignissen Ihres Tages. Damit erhalten Sie problemlos genügend Likes und Kommentare. Binden Sie Ihre Kontakte mit Fragen und Kommentaren ein, so geraten Sie auch nie in den Verdacht des Narzissmus. Der Inhaber eines Bauunternehmens in meiner Timeline beherrscht das perfekt und es wird nie langweilig mit seinen Action-Selfies.

Narzissmus – Ja oder Nein – es liegt immer im Auge des Betrachters

Dieser Artikel ist natürlich mit meiner persönlichen Brille geschrieben. Mancher mag mir zustimmen, ein andere findet meine Gedanken eventuell daneben oder fühlt sich angegriffen. Kommunikation lässt sich nicht verallgemeinern. Probieren Sie ab und an auch Neues aus. Vielleicht werden die Reaktionen Ihren Blickwinkel, Ihre Wahrnehmung für sich selbst verändern. Ich finde einen gewissen Narzissmus nicht verwerflich – es kommt immer auf das WIE darauf an.

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Bildquelle – Hund mit Smartphone: The Growing Narcissism of Selfies.

 

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